
Am 9. September stand Apple erneut im Mittelpunkt. Das Unternehmen hielt eine weitere Keynote, auf der es Updates seiner Hardware und Dienstleistungen präsentierte. Wie üblich ging die Diskussion weit über neue Geräte hinaus.
Das Redaktionsteam von Quickex nutzte die Gelegenheit, um einen Rückblick darauf zu werfen, wie sich die Beziehung von Apple zur Kryptoindustrie entwickelt hat. Spoiler: nicht alles ist rosig.
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Apple und Krypto
Die ersten Aussagen von Unternehmensvertretern erfolgten im Jahr 2019. Damals sagte Jennifer Bailey, dass Apple die Entwicklung der Kryptoindustrie genau beobachte und langfristiges Potenzial darin sehe. Ihre Worte waren das erste Signal, dass der Konzern digitale Vermögenswerte als Teil des zukünftigen Finanzsystems betrachtet.
Im Jahr 2024 gab Tim Cook zu, dass er persönlich Bitcoin besitzt und ihn als Element eines diversifizierten Portfolios betrachtet. Gleichzeitig betonte er, dass dies seine private Investition sei und Apple nicht plane, Kryptowährungen zu einem Unternehmensinstrument zu machen. Damit blieb die Haltung des Unternehmens vorsichtig: Interesse ist da, aber keine direkten Maßnahmen.
Ironischerweise schaffte es Bitcoin in die Top 10 der wertvollsten Vermögenswerte der Welt nach Marktkapitalisierung, wo die Apple-Aktie den vierten Platz einnimmt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass BTC den Technologieriesen bald im Ranking einholen könnte.

Apple und Bitcoin gehören zu den Top 10 der am stärksten kapitalisierten Vermögenswerte. Quelle: companiesmarketcap
Wie Krypto zu Apple kam
Trotz fehlender offizieller Unterstützung fand der Zugang zu Kryptowährungen allmählich über Drittdienste in Apples Ökosystem Eingang. Auf PancakeSwap erschienen tokenisierte Aktien – Nutzer konnten Futures auf Apple-, Amazon- und Tesla-Aktien mit bis zu 25-facher Hebelwirkung handeln, vollständig on-chain und ohne traditionelle Broker.
Es gibt auch Dienste, mit denen man Apple-Geräte direkt mit Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, XRP und anderen kaufen kann.
Strenge Gebühren und deren schrittweise Lockerung
Viele Jahre lang war Apples Politik gegenüber Krypto- und NFT-Apps streng. Alle Käufe digitaler Inhalte mussten über den App Store mit einer Provision von 30 % abgewickelt werden.

Die beliebtesten Krypto-Apps im App Store.
Im Jahr 2023 lockerte das Unternehmen seine Regeln und erlaubte In-App-Käufe von Kryptowährungen und NFTs. Doch der eigentliche Wendepunkt kam 2025, als Apple verpflichtet wurde, Entwicklern die Nutzung externer Links zu Drittzahlungssystemen zu gestatten. Entwickler können Nutzer nun zu alternativen Zahlungsmethoden weiterleiten, ohne die obligatorische Apple-Provision.
In der Europäischen Union ging das Unternehmen noch weiter. Im Rahmen des Digital Markets Act entstand ein neues Modell: 5 % für das Basispaket, 13 % für das erweiterte Paket und eine zusätzliche Core Technology Commission von 5 % auf externe Käufe ab 2026.
Signale aus Apples Präsentationen
Apples Keynotes sorgen regelmäßig für Diskussionen in der Kryptoszene. So bemerkten Nutzer 2024 während der Vision-Pro-Demo das Render-Token-Logo, was eine Welle von Interpretationen auslöste.
Auch die Funktion Tap to Cash – Geldüberweisungen durch einfaches Aneinanderhalten zweier Geräte – erregte Aufmerksamkeit. Viele glaubten, sie könne zur Grundlage für Kryptozahlungen werden. Experten erinnerten jedoch daran: die Unterstützung vieler Apps bedeutet nicht automatisch, dass Apple heimlich die Integration von Kryptowährungen plant.
Apples Einfluss auf KI-Token
Neue Produkte und Dienste von Apple können nicht nur den Aktienmarkt, sondern auch die Kryptoindustrie beeinflussen. Ein anschauliches Beispiel wurde 2024 verzeichnet: Nach der Ankündigung der Apple-Intelligence-Plattform stieg die Marktkapitalisierung von KI-Token um 8 %, und einige Projekte legten innerhalb eines Tages um bis zu 30 % zu. Analysten erklärten dies mit dem wachsenden Interesse an KI-Technologien, betonten jedoch, dass Apple nach wie vor keine direkte Verbindung zu Kryptowährungen hat.
Kryptoprojekte im Apple-Ökosystem
Krypto-Wallets von Drittanbietern integrieren sich aktiv in das Ökosystem des Unternehmens. Trust Wallet unterstützt Hunderte von Blockchain-Netzwerken, dezentrale Apps und NFTs, wobei die privaten Schlüssel auf dem Gerät des Nutzers gespeichert werden. Das Wallet bietet Zugang zu Staking, DeFi und RWA-Token. Im Jahr 2024 wurde es als bestes Non-Custodial-Krypto-Wallet ausgezeichnet und erhielt internationale Sicherheitszertifizierungen.
iOS-Nutzer können Kryptowährungen über Apple Pay innerhalb von Trust Wallet kaufen – und machen so Apple-Geräte zu einem bequemen Einstiegspunkt in die Kryptowelt, obwohl Apple selbst keine direkte Unterstützung bietet.
Bedrohungen
Die Branche war wiederholt mit Risiken konfrontiert, die mit Apple und seinem Ökosystem verbunden sind. Im Sommer 2025 kam es zum größten Datenleck der Geschichte. Rund 16 Milliarden Logins und Passwörter, darunter auch Apple-Konten, wurden offengelegt. Dies löste in der Kryptoszene Besorgnis aus: die gestohlenen Daten könnten zum Hacken von Wallets und Börsen sowie für Phishing genutzt werden.
Darüber hinaus warnte ein ehemaliger Coinbase-CTO davor, dass Konzerne wie Apple, Microsoft und Google eine Bedrohung für Kryptonutzer darstellen könnten. Seinen Angaben zufolge könnten diese Unternehmen unter bestimmten Bedingungen Vermögenswerte auf Anordnung der Behörden beschlagnahmen – was die tatsächliche Unabhängigkeit von Kryptowährungen innerhalb der Big-Tech-Ökosysteme infrage stellt.
Gerüchte über die Einführung einer eigenen Kryptowährung
Im Herbst 2025 begannen die Leute aktiv zu diskutieren, dass Apple sich darauf vorbereite, XRP-Zahlungen zu integrieren. Die Nachricht führte zu einem Anstieg des Interesses am Token, doch eine offizielle Bestätigung blieb aus.
Fazit
Die Geschichte von Apple und Kryptowährungen ist eine Abfolge vorsichtiger Schritte und juristischer Auseinandersetzungen. Das Unternehmen hat es nicht eilig, einen eigenen Token herauszugeben, und bleibt in seinen Aussagen zurückhaltend. Doch seine Entscheidungen beeinflussen den Kryptomarkt dennoch indirekt.
Apples Keynotes können kurzfristige Ausschläge beim Interesse an Krypto-Assets auslösen, während das Ökosystem von Drittanbieter-Wallets die Geräte des Unternehmens zu vollwertigen Zugangspunkten zur Welt der digitalen Vermögenswerte macht.
Gleichzeitig zeigen Bedrohungen wie Datenlecks und die mögliche Beschlagnahmung von Vermögenswerten, dass Mitglieder der Kryptoszene Apple derzeit mit Vorsicht begegnen sollten.
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