
Stripe, das privat gehaltene Zahlungsunternehmen, prüft, ob es einen Deal mit PayPal anstreben soll, entweder als vollständige Übernahme oder durch den Kauf ausgewählter Teile des Geschäfts, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten, auf die sich ein Bloomberg Bericht stützt. Die Überlegungen befinden sich demnach in einem frühen Stadium und es ist keineswegs sicher, dass daraus eine Transaktion entsteht.
Der Bericht sorgte zudem für Kursgewinne bei PayPal. Die PayPal Aktie stieg am 24. Februar 2026 um rund 7%, dennoch reichte das nicht aus, um die Marktkapitalisierung eindeutig über 40 Milliarden US Dollar zu heben. Zum Handelsschluss schätzte eine Quelle den Wert von PayPal auf etwa 43,3 Milliarden US Dollar.
Warum Stripe und warum jetzt

Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass Stripe zu den grössten Infrastrukturanbietern für Online Zahlungen zählt und Prozesse aufgebaut hat, die es Unternehmen ermöglichen, Kartenzahlungen anzunehmen, Abonnements zu verwalten, Auszahlungen abzuwickeln und potenziell auch Buchhaltungsabläufe zu verbessern. Vor diesem Hintergrund gab Stripe bekannt, dass eine Transaktion am Sekundärmarkt das Unternehmen mit 159 Milliarden US Dollar bewertet hat, ein Wert, der über dem vieler börsennotierter Gesellschaften liegt.
PayPal dagegen ist ein traditionsreicher Branchenriese und einer der Pioniere des Internetzahlungsverkehrs, der in den vergangenen Jahren stärker unter Wettbewerbsdruck geraten ist. Das Unternehmen bewegt sich auf einem schmalen Grat, unter anderem wegen der Konkurrenz durch Plattformen wie Apple Pay und Google Pay sowie aufgrund breiterer Gegenwinde im Konsumverhalten und im wirtschaftlichen Umfeld.
In dieser Woche zitierte Aussagen von Stripe Präsident John Collison verwiesen darauf, wie schwierig das Umfeld für PayPal geworden ist. Er zeigte zudem auf die Verschiebungen im Markt rund um Apple Pay und Google Pay, betonte aber gleichzeitig, dass er hypothetische Szenarien zu Fusionen und Übernahmen nicht kommentieren könne.
PayPals strategischer Scheideweg
Die Spekulationen über eine mögliche Übernahme folgen auf eine turbulente Phase im Management von PayPal. Anfang Februar trennte sich PayPal von CEO Alex Chriss, nachdem der Verwaltungsrat erklärt hatte, dass Tempo und Umsetzung der Transformation nicht den Erwartungen entsprochen hätten. Zugleich enttäuschte ein Ausblick für 2026 die Anleger. Der Verwaltungsrat ernannte den Chairman Enrique Lores zum President und Chief Executive, mit Amtsantritt am 1. März.
Ein weiterer Bericht mit Bloomberg Bezug hatte zuvor in derselben Woche berichtet, PayPal habe nach unaufgeforderten Annäherungsversuchen Treffen mit Banken abgehalten. Demnach soll mindestens ein grosser Rivale das gesamte Unternehmen geprüft haben, während andere Parteien Interesse an bestimmten PayPal Vermögenswerten gezeigt hätten. Auch diese Gespräche wurden als vorläufig beschrieben.
Vollständige Übernahme oder Asset Käufe
Eine vollständige Übernahme von PayPal durch Stripe wäre ein Meilenstein der Konsolidierung im globalen Zahlungsverkehr. Gleichzeitig wäre ein solcher Schritt komplex. Ein börsennotiertes Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 40 Milliarden US Dollar würde typischerweise eine deutliche Übernahmeprämie erfordern, und Stripe müsste entscheiden, wie ein mögliches Angebot finanziert werden soll, zumal Stripe weiterhin privat gehalten ist.
Der alternative Weg, einzelne Vermögenswerte zu kaufen, ist Teil breiterer Spekulationen am Markt. PayPal wird häufig als drei grosse Geschäftsbereiche betrachtet: das klassische Checkout Geschäft unter der Marke PayPal, die Braintree Einheit mit Fokus auf grosse Händler und Unternehmenskunden sowie Venmo, die Peer to Peer Zahlungsmarke mit stärkerer Verankerung bei jüngeren Nutzern.
Aus Sicht von Stripe könnte der Kauf von Teilen von PayPal leichter umsetzbar sein als die Übernahme des gesamten Konzerns auf einmal. Stripe könnte sich damit auf Bereiche konzentrieren, in denen PayPal über wertvolle Reichweite bei Konsumenten oder starke Händlerbeziehungen verfügt, und gleichzeitig Geschäftsfelder meiden, die sich stärker mit Stripes bestehenden Stärken überschneiden.
Was ein Deal zwischen Stripe und PayPal für den Markt bedeuten könnte

Sollte Stripe PayPal vollständig anstreben, würde die kombinierte Präsenz beide Enden des digitalen Handels abdecken. Auf der einen Seite Stripes tiefgehende Tools für Entwickler und Händler, auf der anderen Seite PayPals verbrauchernahe Produkte und die hohe Markenbekanntheit. Diese potenzielle „zweiseitige“ Reichweite ist ein Grund dafür, warum Investoren auf glaubwürdige Signale eines Interesses so stark reagieren.
Dennoch betonen die Berichte, dass die Lage in Bewegung ist. Sowohl Stripe als auch PayPal lehnten es ab, den Bloomberg Bericht zu kommentieren. Reuters erklärte zudem, die Details nicht unabhängig verifizieren zu können.
Der bislang greifbarste Punkt ist der veränderte Ton bei PayPals strategischen Optionen. Da PayPal angesichts eingehender Interessensbekundungen Gespräche mit Bankern aufgenommen hat und Stripes Name nun ausdrücklich mit möglichen Schritten verknüpft wird, betrachten die Märkte PayPal als aktiveren Kandidaten für Restrukturierung oder einen Deal als noch vor wenigen Jahren.
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