
Der Verbraucherpreisindex (CPI) für September fiel niedriger als prognostiziert aus: Die Preise stiegen lediglich um 0,3 % im Monatsvergleich und um 3,0 % im Jahresvergleich, so der Bericht des US-Arbeitsministeriums (Bureau of Labor Statistics, BLS) vom Freitag. Ökonomen hatten mit 0,4 % und 3,1 % gerechnet.
Ohne Lebensmittel und Energie stieg der Kern-CPI um 0,2 % im Monatsvergleich und um 3,0 % im Jahresvergleich – ebenfalls unter den Erwartungen von 0,3 % und 3,1 %. Das zeigt, dass sich die Inflation weiter abkühlt und der US-Notenbank mehr Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik verschafft.
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Inflation Kühlt Ab, Treibstoff Und Lebensmittel Führen Die Steigerungen An
Während die Inflation insgesamt nachlässt, zeigen einige Kategorien weiterhin Preisdruck. Die Benzinpreise stiegen im September um 4,1 % und waren damit der größte Beitrag zum monatlichen Anstieg. Die Lebensmittelpreise legten um 0,2 % zu, angetrieben durch höhere Preise für Fleisch, Geflügel, Fisch und Eier (+5,2 % im Jahresvergleich) sowie alkoholfreie Getränke (+5,3 %).
Die Energiepreise stiegen im Jahresvergleich um 2,8 %, die Lebensmittelpreise um 3,1 %. Die Wohnkosten – etwa ein Drittel des CPI-Gewichts – erhöhten sich im September nur um 0,2 % und im Jahresvergleich um 3,6 %. Gebrauchtwagenpreise sanken um 0,4 %, während Neuwagenpreise um 0,8 % stiegen.

Wie sich die Inflation in den USA verändert hat. Quelle: Investing
Die Einzigen Daten Während Des Regierungsstillstands
Das BLS veröffentlichte den CPI-Bericht trotz des laufenden Regierungsstillstands – die einzigen offiziellen Wirtschaftsdaten, die veröffentlicht werden durften. Alle anderen Datenerhebungen bleiben ausgesetzt. Eine Ausnahme wurde gemacht, da die Sozialversicherungsbehörde die CPI-Zahlen verwendet, um jährliche Anpassungen der Lebenshaltungskosten (COLA) für Leistungszahlungen zu berechnen.
Der Bericht war ursprünglich für den 15. Oktober geplant, wurde aber aufgrund der Haushaltsblockade in Washington verschoben und schließlich am 24. Oktober veröffentlicht – eine seltene Ausnahme während des Shutdowns.
Der Einfluss Der Zölle Bleibt Bisher Gering
Analysten betonen, dass die Auswirkungen von Donald Trumps Zöllen bislang minimal sind. Laut James Knightley, Chefökonom für internationale Märkte bei ING, zeigen Daten aus dem CPI und den Zolleinnahmen eine „realisierte“ Zollrate von etwa 10 %, da viele US-Unternehmen bereits auf Lieferanten aus Ländern mit niedrigeren Zöllen umgestiegen sind.
Goldman Sachs schätzt, dass die neuen Zölle letztlich etwa 0,07 Prozentpunkte zur Kerninflation beitragen könnten, der Effekt bislang jedoch begrenzt bleibt.
Bank of America geht davon aus, dass die Auswirkungen der Zölle einmalig und kein dauerhafter Inflationstreiber sein werden.
Marktreaktion: Optimismus Kehrt Zurück
Die US-Aktienfutures legten nach Veröffentlichung des Berichts zu, während die Renditen von Staatsanleihen leicht zurückgingen.
„Die Inflation verlangsamt sich vielleicht nicht stark, aber sie überrascht nicht mehr nach oben“, sagte David Russell, Global Head of Market Strategy bei TradeStation.
Die Anleger sahen die schwächeren CPI-Daten als Bestätigung dafür, dass die Fed nächste Woche weiterhin auf Zinssenkungen zusteuert. Das CME FedWatch Tool zeigt, dass Händler fast sicher mit einer Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte vom aktuellen Bereich von 4,0–4,25 % ausgehen, sowie mit einer weiteren möglichen Senkung im Dezember.

Prognose für die Zinsentscheidung der Fed am 29. Oktober 2025. Quelle: CME
Der Letzte Datensatz Vor Der Fed-Sitzung
Dieser CPI-Bericht ist der letzte bedeutende Wirtschaftsdatenpunkt, den die Fed vor ihrer nächsten Sitzung erhält. Der Hauptwert liegt weiterhin über dem 2-%-Ziel, zeigt aber seit Anfang 2024 deutliche Fortschritte.
„Dieser Bericht wird die Fed eindeutig auf Kurs halten, die Zinsen zu senken“, sagte Art Hogan, Chief Market Strategist bei B. Riley Wealth. „Die Fed hat klar gemacht, dass sie sich auf die Abschwächung des Arbeitsmarkts konzentriert und weiterhin ihr Mandat der Vollbeschäftigung verteidigen wird, auch wenn der Kern-CPI über dem Ziel liegt.“
Was Das Für Wirtschaft Und Krypto Bedeutet
Die niedrigeren Inflationszahlen schaffen mehr Spielraum für eine geldpolitische Lockerung. Eine geringere Inflation verringert den Druck auf die Fed, hohe Zinsen beizubehalten – ein Signal, das normalerweise die Risikobereitschaft der Anleger stärkt.
Für den Kryptomarkt war die Reaktion schnell: Bitcoin blieb zunächst stabil, während Händler die Auswirkungen auf die Stärke des Dollars und die Liquidität bewerteten. Historisch gesehen haben geldpolitische Lockerungen und Erwartungen von Zinssenkungen die Kryptopreise unterstützt.
Viele Investoren sehen Bitcoin und Ethereum weiterhin als Absicherung gegen die Entwertung des Dollars. Eine niedrigere Inflation und fallende Renditen könnten somit den Weg für eine erneute Aufwärtsbewegung digitaler Vermögenswerte ebnen.
Kurz gesagt: Die Inflation hat sich abgekühlt, die Fed hat Spielraum für Zinssenkungen, und sowohl die Wall Street als auch der Kryptomarkt haben grünes Licht für Optimismus erhalten.
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